Welche Objektive sind für den ambitionierten Anfänger und Hobbyfotografen geeignet?

Canon oder Nikon? Oder doch lieber eine Sony? Zugegeben, diese Frage habe ich mir damals gar nicht gestellt als ich angefangen bin, mit einer Spiegelreflexkamera, also einer DSLR zu fotografieren. Ich wusste von Anfang an, dass ich ins Team Canon gehöre. Seinerzeit hatte ich mit der Powershot Serie schon super gute Erfahrungen gemacht, da war mir dann auch schnell klar, dass ich bei Canon bleibe. Aber bei vielen meiner Follower, gerade auf Instagram, ist “Canon oder Nikon?” eine der meist gestelltesten Fragen überhaupt. Gleich nach Empfehlungen für Einsteigerequipment.

Nun, ich denke, ob Canon oder Nikon muss jeder für sich selber entscheiden. Geht in ein Fachgeschäft und nehmt beide Kameras mal in die Hand. Macht Testfotos und entscheidet euch dann anhand eures Empfindens beim Handling. Um die Qualität eurer Fotos braucht ihr nicht bangen. Ich denke, beide Kamerahersteller geben euch gutes Equipment dafür an die Hand. Und letztendlich macht ja nicht (nur) die Kamera die Fotos, sondern ihr. Die Frage, die sich stattdessen stellt, ist die, welches Kameramodel es sein soll. Und nachdem ihr euch dann für einen Hersteller entschieden habt, braucht ihr natürlich auch noch Objektive. Ohne die funktioniert das alles nicht.

Skadi | Hundefotografin | Zetel | Friesland | Fotografin
Geschossen mit dem Canon EF 50mm F/1.8 STM

Da ich nur mit Canon arbeite, kann ich euch auch nur etwas über Canon erzählen – sorry schon mal dafür liebe Nikonianer. Wenn das Budget begrenzt ist, ist die Auswahl an “guten” Objektiven nicht immer einfach. Fotografie ist in meinen Augen eines der teuersten Hobbys das man sich aussuchen kann. Objektive haben nicht selten eine Preisspanne von 50-20000 EUR. Deshalb empfehle ich euch, gerade wenn ihr Anfänger seit, schaut auch im Gebrauchtmarkt nach günstigen Linsen.

Aus eigener Erfahrung kann ich euch folgende Low-Budget Linsen empfehlen: Als (Fast-)Weitwinkel das 24mm 2.8 von Canon, als Portrait Linse das 50 mm 1.8 von Canon, als Action Linse das 100mm 2.0 von Canon. Die eignet sich übrigens auch für Portraits.

Falls ihr die Möglichkeit habt, ein 70-210mm von Canon günstig zu erwerben, dann tut es. Diese Linse ist zwar schon recht alt, aber immer noch ein tolles Einsteiger Zoom.

Ich selber habe die oben genannten Objektive auch genutzt und nutze einige immer noch.

Das 50 1.8 sollte meine Indoor Linse werden. Leider habe ich den Crop-Faktor damals nicht berücksichtigt. Die Brennweite war also dementsprechend viel zu lang für meine kleine Wohnung. Also habe ich es für Outdoor Portraits genutzt. Denn dafür ist dieses Objektiv perfekt. Und das beste ist das Preisleistungsverhältnis. Dieses Objektiv kostet um die 120 EUR – dafür bekommt ihr echt viel Qualität. Abbildungsleistung und Schärfe sind toll. Es zaubert ein herrliches Bokeh. Der Fokus greift gut, zwar nicht so fix wie an meinem 1500 EUR Objektiv, aber das ist logisch. Irgendwo muss sich der hohe Preis bemerkbar machen. Für mich stimmt bei diesem Objektiv das Gesamtpaket. Ich würde es immer wieder dem KIT-Objektiv vorziehen!

Skadi | Hundefotografin | Zetel | Friesland | Fotografin
Geschossen mit dem Canon EF-S 24mm F/2.8 STM Pancake-Objektiv

Genau wie bei dem 24 mm 2.8 von Canon. Die Schärfe ist grandios und es taugt auch für Indoor Fotos – denn dank des Crop Faktors ist es wenig weitwinkelig. Der Fokus greift super und ist relativ zuverlässig. Mit ihm können unglaublich Kreative Fotos entstehen. Durch das geringe Gewicht ist es bei mir immer mit dabei und kommt regelmäßig zum Einsatz. Kosten tut es um die 150 EUR. Ebenfalls ein Schnapper (für ein Objektiv).

Als preiswertes Low-Budget Action Objektiv kann ich das 100 mm 2.0 USM empfehlen. Das Objektiv hat mich lange Zeit begleitet und glücklich gemacht. Die Lichtstärke ist fantastisch und lässt auch bei Dämmerung oder im Wald wunderschöne Fotos entstehen. Bei Offenblende zwar etwas matschig (andere Fotografen hatten das Problem nicht) aber dafür ein super schneller Autofokus dank USM. Sogar Portraits lassen sich damit machen. Für mich ist es eine flexible Brennweite und für jeden geeignet, der sich noch nicht so sicher ist, was er eigentlich fotografieren will. Mit knapp 400-500 EUR preislich im unteren Mittelfeld.

Anfängern würde ich raten, nach den Objektiven im Gebrauchtmarkt zu stöbern. Oft findest man dort richtig tolle Schnäppchen. Und sobald man selber weiß, wohin seine fotografische Reise geht, würde ich mehr Geld investieren. Bevor ich mir mein 1500 EUR teures Tamron 70-200 2.8 G2 geleistet habe, ist viel Zeit verstrichen. Immerhin ist das eine Menge Geld und ich wollte fotografisch gesehen dem Objektiv gewachsen sein. Denn was nützt mir ein Ferrari mit einem Mofa Führerschein? Nicht so viel, richtig? Deshalb, lerne erst einmal die Grundlagen mit günstigen (und guten, ggf, aus dem Gebrauchtmarkt) Objektiven und investiere dann mehr 🙂

Inuki | Was muss mein Hund für ein Fotoshooting alles können? | paw-prints fotografie | Zetel, Friesland und Umzu
Geschossen mit dem Canon EF 100mm F/2 USM Objektiv

Neben den Objektiven brauchst du auch einen Kamera Body. Auch hier würde ich ambitionierten Anfängern zu einer zweistelligen Canon vom Gebrauchtmarkt raten. Für gelegentliche Knippsereien reicht auch eine Dreistellige Canon. Aber die kommen – gerade bei Actionfotos und dunkleren Umgebungen – schnell an ihre Grenzen. Ich hatte ganz am Anfang eine 600D. Sie hat zum lernen super gereicht, aber bereits nach einigen Monaten zog die 7D bei mir ein. Ich bereue es, nicht gleich mit einer einstelligen Canon angefangen zu sein. So hätte ich ich mir das Geld für die 600d sparen und in Objektive investieren können.